Feuerstein

Flint

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Feu|er|stein 〈m. 1
1. Sy Flint, Flintstein
1.1 gemeine Form des amorphen Quarzes, sehr hart, zu Klingen spaltbar
1.2 vielgebrauchter Werkstoff des vorgeschichtl. Menschen
2. 〈heute〉 Cereisenlegierung für Feuerzeuge

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Feu|er|stein;
1) Syn.: Flint, Hornstein: hartes, sprödes Quarzmineral ( Jaspis mit eingesprengten Opalen), das vorzeiten zur Feuererzeugung, zur Herst. von Werkzeugen u. Waffen u. im Mittelalter zum Zünden des Schießpulvers in Steinschlossgewehren (»Flinten«) verwendet wurde;
2) im übertragenen Sinne Bez. für den Zündstein in Feuerzeugen.

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Feu|er|stein, der:
1. [mhd. viurstein; wurde zum Feuerschlagen benutzt] hartes, kiesartiges Gestein, das bes. in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen u. bis in die Gegenwart zur Erzeugung von Feuer diente; Flint:
Faustkeile aus F.;
mit -en Funken schlagen.
2. kleiner Stift aus einer Legierung von Cer u. Eisen, mit dem das Feuerzeug entzündet wird; Zündstein.

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Feuerstein,
 
Flịnt, dichtes, hartes kieseliges Gestein aus Chalcedon (kryptokristalliner Quarz, SiO2) und beigemengtem Opal (amorphes SiO2 · n H2O), entstanden bei der Diagenese von Sedimenten durch Auflösung eingebetteter Kieselorganismen (Schwämme, Radiolarien, Diatomeen u. a.) und Wiederausfällung der mit dem Porenwasser aufwärts beförderten Kieselsäure als Konkretionen in der Oxidationszone. Feuerstein ist blauschwarz, grau, gelblich oder bräunlich, oft mit weißer Verwitterungsrinde (durch Wasserverlust); er zeigt splittrigen, muscheligen Bruch. In den Oberkreideablagerungen (besonders Schreibkreide) Europas bildet er Knollen und Lagen. Für seine Verwendung waren die Vorkommen in Nordfrankreich, Südengland, Dänemark und auf Rügen wichtig. In den pleistozänen Eiszeiten wurde baltisches Feuerstein durch das Inlandeis über Nord- und Mitteldeutschland bis zur äußersten Vereisungsgrenze verbreitet (Feuersteinlinie). Hornstein.
 
Geschichtliches:
 
In der Steinzeit bestand ein großer Teil der Geräte aus Feuerstein. In der Alt- und Mittelsteinzeit wurde der Feuerstein mit Schlagsteinen oder Schlägeln aus Geweih oder Knochen bearbeitet, in der Jungsteinzeit auch mit Sand und Wasser zu Beilen und anderen Geräten geschliffen. Bereits in der Altsteinzeit wurde Feuerstein als Rohmaterial über größere Entfernungen transportiert. In der Jungsteinzeit gab es einen regelrechten Feuersteinhandel, der von Bergwerken z. B. im Maasgebiet, in Frankreich und Süddeutschland (Abensberg) und England ausging. - Als Schlagstein zur Feuererzeugung war Feuerstein von der Eiszeit bis in die Gegenwart in Gebrauch. Durch seine Verwendung an Handfeuerwaffen (Flintschloss, Steinschloss) erhielt die Feuersteinherstellung seit dem 16. Jahrhundert erneuten Aufschwung.

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Feu|er|stein, der [1: mhd. viurstein; wurde zum Feuerschlagen benutzt]: 1. (in Form von Knollen bes. in Kreide vorkommendes) blauschwarzes, graues, gelbliches od. bräunliches hartes, kieseliges Gestein, das bes. in der Steinzeit zur Herstellung von Werkzeugen u. bis in die Gegenwart zur Erzeugung von Feuer diente; Flint: Faustkeile aus F.; mit -en Funken schlagen. 2. kleiner Stift aus einer Legierung von Cer u. Eisen, mit dem das Feuerzeug entzündet wird; Zündstein.

Universal-Lexikon. 2012.

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